Zur Fußball EM

Die Fußball-EM ist jetzt eine Woche her. Im Netz finden sich viele Berichte von Fanmeilenpartys und Feiern. Viele Blogger berichten über den perfekten Style passend zum Public Viewing. Bei mir hinterlässt die EM einen bitteren Nachgeschmack: den Geschmack von Nationalismus und Rassismus.

 

„Die wohlfeilste Art des Stolzes hingegen ist der Nationalstolz. Denn er   verrät in dem damit Behafteten den Mangel an individuellen Eigenschaften, auf die er stolz sein könnte, indem er sonst nicht zu dem greifen würde, was er mit so vielen Millionen teilt. Wer bedeutende persönliche Vorzüge besitzt, wird vielmehr die Fehler seiner eigenen Nation, da er sie beständig vor Augen hat, am deutlichsten erkennen. Aber jeder erbärmliche Tropf, der nichts in der Welt hat, darauf er stolz sein könnte, ergreift das letzte Mittel, auf die Nation, der er gerade angehört, stolz zu sein. Hieran erholt er sich und ist nun dankbarlich bereit, alle Fehler und Torheiten, die ihr eigen sind, mit Händen und Füßen zu verteidigen.“

Arthur Schopenhauer

 

Das Nationalstolz und Rassismus bzw. rassistische Tendenzen während der Fußball EM vermehrt auftreten, blenden viele Leute gern aus. Doch einige Vorkommnisse während des Vergangenen Turniers sprechen eine andere Sprache. Beleidigungen von Spielern der deutschen Nationalmannschaft waren hier leider nur der Anfang.

Besonders zeigten sich diese Tendenzen nach dem Ausscheiden der deutschen Mannschaft im Halbfinale gegen Italien.

In sozialen Netzwerken fanden sich Kommentare wie „Da hat ein Neger die deutschen aus dem Turnier geschossen“. In einigen Städten wie z.B. Wuppertal griffen deutsche Fangruppen Italienische Fans an. Von „einfach nur Fußball gucken“ kann hier keine Rede mehr sein.

Im immer zur WM/EM-Zeit aufkeimenden Patriotismus liegt ein großes Problem, ist er doch die Wurzel des Nationalismus. Identifiziert sich der Patriot nur besonders stark mit dem was er als sein Land und Volk ansieht und ist in jedem Maße stolz darauf, wertet der Nationalist alles womit er sich nicht identifiziert, also andere Länder und Völker, gegenüber seinem eigenen Land und Volk ab.

Bei einem Wettkampf wie dem Fußball kommt es sehr schnell zu Nationalistischen Tendenzen. Schließlich ist die eigene Mannschaft besser, toller als die andere Mannschaft und das wird allzu oft auf mehr als nur das eine Fußballspiel bezogen.

Viele „normale“ Fans verurteilen zwar Rassismus, aber sie begreifen nicht, dass sie durch ihr Fahnenschwenken eben den Nährboden für solches Gedankengut bieten.

Identitär und Ausgrenzend wie das Alles ist, vergessen so viele, das es eigentlich um die Menschen an sich gehen sollte und um den Spaß am Fußballspielen, den doch dort alle Teilen. Vollkommen egal woher sie kommen, wie sie aussehen, wie viel Geld sie verdienen,… .

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s